Magenbypass

Das Leben 2.0 hat am 23.08.2018 begonnen

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Sonntag 12.08.2018

An diesem Tag begann die Flüssigkeitsphase vor der OP für mich. Jeden Tag bis zur OP durfte ich nur noch Eiweißshakes trinken und pro Tag 150 gramm Puten- oder Hänchenfleisch mit Gemüse essen, nicht mehr. Wie ihr euch vorstellen könnt war das eine sehr harte Zeit für mich, da ich doch immer Hunger hatte und gerne aß. Aber da musste ich jetzt durch. Zu diesem Zeitpunkt wog ich immer noch 138 kg.

Montag 13.08.2018 

In der Früh ( 08:00 Uhr ) hatte ich schon einen Termin bei einem Allgemeinarzt zum Blut abnehmen und EKG machen. Warum ich nicht zu meinem Hausarzt gegangen bin? Auch mein Hausarzt hat sich ein Urlaub verdient. Das EKG war in Ordnung und die Blutwerte auch fast. Er meinte, ob schon mal aufgefallen ist, dass ich zu wenig Kalium hätte. „Nein“, antwortete ich und war ein bisschen überrascht. Er gab mir ein Rezept für Kalium Tabletten und meinte das ich sie bis zwei Tage vor der OP nehmen sollte. Ich bedankte mich bei diesem netten Arzt und schon hatte ich meine Papiere für die OP zusammen. Nun musste ich bis zum 22.08.2018 bloß noch die Flüssigkeitsphase durchhalten. 

Mittwoch 22.08.2018

Einen Tag davor habe ich natürlich meine ganzen Sachen schon gepackt, wie es sich für einen Mann gehört wurde Laptop, Ladegeräte, DVDs ( Sons of Anarchy , danke Helle fürs leihen) und das wichtigste einen Dreifachstecker eingepackt. Am Morgen klingelte der Wecker um fünf Uhr. Also raus aus den Federn und ab unter die Dusche, rasieren und noch einmal einen Eiweißshake gemacht. Kurz nach halb sieben ( Nicole´s 15.Minuten 😉 )waren auch schon Nicole, Angela und Helle bei mir um mich nach München in die Klinik zu bringen. Jetzt fragt ihr was mit meiner Frau ist, die könnte mich ja auch hineinbringen. Ganz einfach, sie arbeitet in einer Gemeinde und es sind bald wieder Wahlen und da hat sie so viel zu tun. Lasst das nur unsere Sorge sein, wir haben das alles besprochen und es ist auch gut so. Wie schon erwähnt sind wir fünf (Nicole, Angela, Helle, Katrin und ich) gestartet Richtung München. Da ich erst um 10:00 Uhr drin sein musste hatten wir keinen Stress beim Fahren und Parkplatz suchen. Als wir einen Parkplatz endlich hatten suchten wir den Haupteingang von der Klinik. Die Aufnahme glich eher einem Arbeitsamt als einem Krankenhaus. Die Frau, die mich aufnahm, war sehr nett und lustig. Danach ging es in den 2. Stock auf die Station 2. Auch hier waren alle Pflegerinnen und Pfleger sehr nett. Leider kam ich in ein vier Bett Zimmer, oh wie würde ich dieses Zimmer noch verfluchen.  Und schon ging es los mit den Untersuchungen und Nicole, Angela, Katrin und Helle verabschiedeten sich bis später. Ich hatte vergessen Kopfhörer einzupacken und darum besorgten sie welche in der Stadt. Als erstes musste ich zum Lungenfunktionstest, so einen umfangreichen Lungenfunktionstest hatte ich noch nie. Nach eineinhalb Stunden war ich wieder auf der Station und schon musste ich zum Blut abnehmen. Wieder rauf und schon wurde mir meine Akte in die Hand gedrückt und ich soll zur Anästhesist. Gut zwei Stunden dauerte es, mit Warten, bis sie mich aufgeklärt und wir alles besprochen haben. Dann noch zum EKG und zwei Besprechungen und schon war es 16:00 Uhr. Kurz  darauf erschien schon mein Doc der mich operieren soll.  Ein kurzer Griff an meinem Bauch und sein Gesicht sah nicht glücklich aus. Sein Kommentar “ Er weiß nicht ob er einen Magenbypass machen kann weil der Bauch zu hart wäre“ Das war ein Schlag ins Gesicht für mich, nachdem ich mich so an die Flüssigkeitsphase gehalten habe. Erst bei der OP könne er eine Entscheidung treffen ob ich einen Magenbypass oder doch einen Schlauchmagen bekam. Kurz darauf verabschiedete er sich und meinte ich bin der Erste morgen ( 07:15 Uhr).  Nach einer Weile kam das Abendessen und schon lag ich im Bett. Mein Bettnachbar war ein 75 jähriger Mann den ich kaum verstand weil er so undeutlich redete und die anderen drei waren Ausländer die kein Deutsch konnten. Also Kopfhörer auf, DVD in den Laptop rein und schon hatte ich meine Unterhaltung. 

Donnerstag 23.08.2018

Was war das für eine Nacht. Der 75 Jährige schrie des öfteren im Schlaf und wachte natürlich auf. Auch war mein Bett kaputt, ich konnte das Kopfteil nicht mehr runter fahren, so das ich fast im Sitzen schlafen musste. Egal, denn heute war endlich der Tag wo mein Leben 2.0 anfangen sollte. Um sechs Uhr raus aus dem Bett unter die Dusche und rasieren. Kurz nach sieben Uhr stand auch schon ein Pfleger da und meinte ich soll mich komplett ausziehen und ein Nachthemd anziehen. Gesagt, getan. Er schob mich im Bett nun zu den ganzen OP Sälen. Im ersten Raum musste ich mich nun komplett ausziehen und mich auf eine Liege legen. Danach bekam ich eine grüne Mütze und zwei sehr warme Decken. Dieser Mann schob mich, gefühlt an 25 OP Sälen vorbei in einen andren Raum wo schon die Narkoseärzte warteten.  Keine fünf Minuten später schlief ich auch schon. Kurz vor 12 Uhr wachte ich auf der Aufwachstation auf und mir war es überhaupt nicht schlecht von der Narkose. Ein Pfleger schiebte mich dann zum Röntgen, weil ich ja einen Schlauch im Hals hatte für die Infusionen und Schmerzmittel.  Auch das war gleich vorbei und so wurde ich in das Zimmer geschoben. Angekommen schlief ich gleich wieder ein bis mich ein unangenehmer Duft weckte. Der Bettnachbar hatte in das Bett (groß) gemacht und das ganze Bad versaut. Ich musste mich fast übergeben und läutete nach der Schwerster. Sie kam und fragte ob mir von der Narkose schlecht sei und ich verneinte. Da roch auch sie was beim meinem 75-jährigen Bettnachbar passiert ist.  Gleich machten sich drei Pfleger und Pflegerinnen daran alles zu säubern. Man war das ein Gestank bei auch noch 37 Grad im Zimmer. Gleich danach schlief ich wieder ein. Zum Abendessen bekam ich eine Tasse Kamillentee, denn ich aber überhaupt nicht trinken konnte weil er Schmerzen, besser gesagt einen Druck erzeugt. Auch durfte ich aufstehen und so viel gehen wie ich mir selber zumutete. In der Nacht natürlich wieder das selbe wie die letzte Nacht schon mit meinem Bettnachbarn. 

Freitag 24.08.2018

Zum Frühstück gab es wieder Tee und sonst nichts. Irgendwie auch klar wenn man am Magen operiert wurde. Dann kam die Visite und ich fragte einen Arzt, nicht derjenige der mich operierte, was ich nun bekommen habe. Er schaute mich verwundert an  und schaute in der Patientenakte nach. Dann sagte er das ich einen Magenbypass bekommen hätte und ihm viel ein das mein Arzt bei der OP gesagt hatte er weiß noch nicht was er bei mir macht. Er musste im Inneren schauen wie viel Platz da wäre und dass er es dann entscheidet. Man, bin ich froh das ich die zwei Wochen Flüssigkeits-Diät gemacht habe. Zu Überraschung hatte ich immer noch keine Schmerzen und konnte schon viel spazieren gehen mit meinem Infusionsständer. Sogar vor das Krankenhaus hinaus an die frische Luft ging es schon. Ich war total glücklich das die OP überstanden war und mir es so gut ging. Das Mittagessen bestand aus einer klaren Brühe, was war die gut. Nachmittags rannte  ich wieder rum und ein Arzt meinte, am Gang, das er mich gestern auch schon rumlaufen sah und es ihm freute das es mir so gut ging. Auch die Schwestern lobten mich das ich so viel unterwegs war. Dann das Abendessen wo aus Tee und Naturjoghurt bestand. Danach das gewohnte Abendprogramm, viel rumlaufen, Sons of Anarchy anschauen, Zucker und Blutdruck messen und schlafen.

Samstag 25.08.2018

Auch an diesem Tag das übliche im Krankenhaus. Frühstück das aus Tee und Natur Joghurt bestand, Waschen, Zucker, Blutdruck und Temperatur messen, viel gehen, DVD´s schauen, also eigentlich immer das Gleiche. 

Kurz vor halb acht Abends kam mein Doc herein. Zur Begrüßung umarmte ich ihn und bedankte mich dafür das es doch ein Magenbypass geworden ist. Er freute sich auch und meinte es war eine schwere OP. Da meine Arme und Beine nie so richtig dick waren sondern alles Fett sich in meinem Bauch ablagerte war er kurz davor einen Schlauchmagen mir zu machen weil zu wenig Platz im Bauch war. Aber die zwei Wochen Flüssigkeitsphase haben sich ausgezahlt und mein Gewicht ist in dieser Zeit um 8kg gesunken und die Leber war weich. Im Gespräch erklärte er mir, meine zwei Zuckertabletten und Gicht Tabletten könne ich ab heute weglassen. Ein Traum wurde war. Die Bluthochdrucktabletten sollte ich ungefähr noch drei Monate nehmen und sobald ich merke dass mir wegen ihnen schlecht wird sollte ich sie weglassen. Auch das ich in drei Monaten meine Schlafmaske mit einer Warscheinlichkeit von 70% nicht mehr bräuchte war seine Meinung. Nach dem ich im Internet (auch in einer Facebook Gruppe) sehr viel gelesen habe war ich jetzt gespannt was ich alles zur mir nehmen muss. Es ist nur Multivitamin A-Z Tabletten und für 30 Tage eine Magentablette. Nach drei Monaten soll ich zu ihm kommen damit er mir Blut abnimmt und ein großes Blutbild ( fünf Seiten )macht. Auf meine Frage wann ich Duschen darf kam gleich die Antwort jetzt. Auf meine Frage, wann ich nach Hause dürfte, fragte er mich wann ich will. Ich sagte am liebsten Morgen und er meinte OKAY. Das war es auch schon mit dem ganzen Gespräch und wir verabschiedeten uns und ich bedankte mich nochmal. Also nur noch einmal schlafen und schon gehts nach Hause.

Zusammen gefast:

Mein höchstes Gewicht war 148,7 kg

Vor der Flüssigkeitsphase stand ich bei 138 kg

Am Tag der OP zeigte die Waage 132,6 kg 

Heute ( Samstag 01.08.2018) bin ich schon auf 125,6 kg und noch immer in der Flüssigkeitsphase

Was mir aufgefallen ist das ich weniger Kreuzschmerzen habe und die Hände nicht mehr einschlafen.

Auch habe ich kein Hungergefühl und wenn ich mit meiner Familie beim essen sitze macht es mir nichts aus wenn sie zum Beispiel Wienerschnitzel  mit Pommes essen und ich mit einem Quark dabei sitze. Auch in den Geschäften interessieren mich die Süßlichkeiten überhaupt nicht. 

Lasst Euch von niemanden etwas einreden zwecks der OP oder was ihr machen sollt. Lest auch nicht so viel im Internet darüber nach weil ihr nur verunsichert wird.

Einfach auf Euren Doc der Euch operiert hören und alles machen was er sagt.

und zum Schluss

Ich LIEBE jetzt schon mein Leben 2.0

 

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